Leistungsdiagnostik

Das Ziel einer Leistungsdiagnostik besteht darin, den aktuellen Leistungsstand und die Leistungsentwicklung eines Sportlers/einer Sportlerin darzustellen, um daraus Informationen für das weitere Training zu gewinnen und Trainingsempfehlungen geben zu können. Die Leistungsdiagnostik und die Testung der individuellen Fitness sind die elementaren Grundlagen der Trainingssteuerung und die Basis einer gezielten Leistungsverbesserung. Dabei bedürfen sowohl die konditionellen Fähigkeiten wie Ausdauer und Kraft als auch Koordination und Beweglichkeit einer genauen Analyse, um ein effektives Training planen, durchführen und sportliche Ziele erreichen zu können. Nicht zuletzt dient die Diagnostik auch dazu, dass die Sportler/-innen ihren Körper besser kennenlernen und so ihre Reaktionen auf Trainings- und Wettkampfreize einschätzen und interpretieren können.

Leistungsdiagnostik

Neben der Analyse der sportmotorischen Fähigkeiten wird für eine umfassende Leistungsdiagnostik auch die körperliche Konstitution gemessen.

Unsere Angebote im Überblick: (Schema)

Die Analyse der körperlichen Konstitution besteht aus der Messung von Körpergröße, Gewicht, dem damit verbundenen Bodymaßindices (BMI) und der Bestimmung der relativen Körperfettanteils (KFA). Letztgenannten messen wir über die Bioelektrische Impedanzanalyse und/oder dem Hautfaltenkaliper. Damit können wir Aussagen über den aktuellen Ernährungszustand sowie im Weiteren über die Gesamtkonstitution treffen.

Die Leistungsdiagnostik der sportmotorischen Fähigkeiten im Zentrum für Physiotherapie besteht aus folgenden Bausteinen:

 

 

Leistungsdiagnostische Maßnahmen führen wir für Sportler (auch für Freizeitsportler) aus vielen Sportdisziplinen durch: Fußball, Handball, Triathlon, Laufen, Reiten, Trampolinsport, Radsport, Volleyball etc. Die Zeitpunkte können bei Aufnahme bzw. Wiederaufnahme des Trainings, am Ende oder zu Beginn von Trainingsperioden oder bei unerklärlichen Leistungseinbrüchen gewählt werden. Besonders während und nach der Rehabilitation bei Verletzungen ist die Trainingssteuerung anhand von objektiv ermittelten Daten ein wichtiges Instrument, um die sportartspezifische Leistungsfähigkeit wieder komplett herzustellen.

Leistungsdiagnostik

Unser Team besteht aus Sportwissenschaftlern, Physiotherapeuten und kooperierenden Ärzten; Dr. med. Michael Dickob, Orthopäde (Sportmedizin), Dr. med. Ingbert Rieckel, Orthopäde (Sportmedizin).

 

Testverfahren

 

Ausdauerleistungsfähigkeit

Für die Bestimmung der Ausdauerleistungsfähigkeit stehen Ihnen bei uns zwei verschiedene Tests zur Verfügung: Der Laktat-Stufentest und der IPN-Ausdauertest. Bei beiden Tests ist das Ziel, die optimalen Trainingsherzfrequenzen im Sinne ihrer Zielformulierung zu bestimmen. Die Anwendung herkömmlicher Formeln wie „180 minus Lebensalter“ oder „Laufen ohne zu schnaufen“ ist für ambitionierte Sportler jeder Leistungsstärke nur unzureichend. Wir empfehlen Ihnen daher eine genauere Steuerung ihres individuellen Trainings nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand.
Die Verfahren unterscheiden sich durch den Aufwand im Messverfahren, die Aussagekraft der Resultate und die Möglichkeit, die Ergebnisse für die Trainingssteuerung einzusetzen. Unter Verwendung des Fahrrad-Ergometers oder des Laufbandes werden die Parameter des Herz-Kreislauf-Systems (Herzfrequenz) und des Stoffwechsels (Laktat) ermittelt.
Die Bestimmung der Ausdauerleistungsfähigkeit ist nicht nur für Sportler aus Ausdauersportarten, sondern besonders auch für alle Ball- und Mannschaftssportler wichtig und sinnvoll. Für ein gesundheitsbewusstes Herz-Kreislauf-Training (Walking, Nordic-Walking, Laufen) ist eine Analyse ebenfalls zu empfehlen.

Laktat-Stufentest

Unser Laktat-Stufentest liefert die zuverlässigsten Informationen zur Bestimmung Ihrer Leistungsfähigkeit mit der Definierung der individuellen anaeroben Schwelle. Gesundheitsgefährdende Überforderung und frustrierende Unterforderung können so vermieden werden.
Bei dem Test wird die Belastung/Geschwindigkeit langsam und kontrolliert alle drei Minuten gesteigert. Vor der Belastungssteigerung werden dann Herzfrequenz und Blutlaktat (Entnahme aus dem Ohrläppchen) bestimmt. Der Test wird beendet, wenn entweder das Blutlaktat einen erwarteten Wert erreicht hat oder die muskuläre Erschöpfung erreicht ist. Die ermittelten Parameter werden im Anschluss analysiert und ausgewertet. Anhand der Testergebnisse lassen sich die aktuelle Ausdauerleistungsfähigkeit bestimmen und genaue Trainingsherzfrequenzen für Ihre persönliche Zielsetzung festlegen. Das kann z. B. die Verbesserung der Ausdauer, die Gewichtsreduktion oder ein besseres Allgemeinbefinden sein. Die Werte werden mit Ihnen gemeinsam besprochen und die Trainingsempfehlungen erhalten Sie schriftlich.

IPN-Ausdauertest

Der Test, der vom „Institut für Prävention und Nachsorge“ entwickelt wurde, liefert zuverlässige Informationen zur Bestimmung Ihrer optimalen Trainingsherzfrequenz. Auch bei diesem Test wird die Belastung langsam und kontrolliert alle drei Minuten gesteigert, bis die vorher anhand der Personendaten ermittelte Herzfrequenz erreicht ist. Anschließend fließen die Parameter Alter, Körpergewicht, Häufigkeit des Sporttreibens und der Ruhepuls in die Formel zur Berechnung der Trainingsherzfrequenz ein. Auf Grundlage der ermittelten Testergebnisse lassen sich genaue Trainingsherzfrequenz-Bereiche für Ihre persönliche Zielsetzung festlegen. Diese Werte werden mit Ihnen gemeinsam besprochen und Sie erhalten im Anschluss die Empfehlungen schriftlich.

Kraftleistungsfähigkeit

Bestimmung der Maximalkraft
Für die Bestimmung der Maximalkraft von Rumpf und Extremitäten stehen uns verschiedene Messverfahren zur Verfügung:

  • isokinetische Messverfahren (Biodex)
  • isometrische Kraftmessungen von Rumpf- und Extremitätenmuskulatur (Back-Check, Factum-Geräte der Firma FREI)

Leistungsdiagnostik

Isokinetik
Mit dem isokinetischen Messverfahren können wir die Kraftverhältnisse in den großen Muskelgruppen der Extremitäten messen. Es wird speziell in der medizinischen Rehabilitation nach operativ versorgten Sportverletzungen eingesetzt.

Dabei werden computergesteuerte Geräte verwendet, bei der die Kraftentwicklung unter einer im Voraus festgelegten Bewegungsgeschwindigkeit gegen einen Widerstand erfolgt. Dieser mechanische Widerstand baut sich während der Bewegung entsprechend der Kraft des Patienten auf. Bei einer durch Schmerz oder Ermüdung verminderten Leistungsfähigkeit wird die Geschwindigkeit der Trainingssituation angepasst. So wird z. B. das betroffene Gelenk nicht durch übertriebenes Training überlastet. Andererseits ist gewährleistet, dass möglichst früh mit dem Training begonnen werden kann, um dem drohenden Muskelschwund nach einer längeren Ruhigstellung vorzubeugen.

Einsatzbeispiele:
Knie: OP des vorderen Kreuzbandes, Meniskusschaden, Knorpelschäden, Knie-Endoprohese
Schulter: ACG-Schaden, Rotatorenmanschettenschaden, Luxationen
Sprunggelenk: Achillessehnenrisse, Gelenkverletzungen, Frakturen

Isometrie
Mit Hilfe dieser isometrischen Messverfahren werden die Kraftfähigkeiten der Rumpf- (Back-Check) und Extremitätenmuskulatur gemessen. Mit Hilfe der Ergebnisse kann auf die Ausprägung der Kraftfähigkeit der getesteten Muskelgruppen geschlossen werden. Weiterhin ist es möglich, Aussagen über muskuläre Defizite und neuromuskuläre Dysbalancen zu treffen. Damit lassen sich Empfehlungen für das weitere Krafttraining, z. B. in der medizinischen Trainingstherapie , oder für ein begleitendes Athletiktraining der ausgeübten Sportart treffen.
Für ein gesundheitsorientiertes Training ist es daher empfehlenswert, auf die individuelle Körperkonstitution abgestimmte Übungen im Anschluss an die Kraftmessung durchzuführen. Im Leistungssport ist es unabdingbar, regelmäßig die eigenen sportmotorischen Fähigkeiten zu überprüfen, um gezielt die eigene Leistung zu steigern und langfristig Sportverletzungen und Sportschäden vorzubeugen.

Koordinationsfähigkeit

Mit Hilfe des validen, computergestützten S3-Check Testverfahrens aus dem MFT-Konzept zeigen wir Gleichgewichtsprobleme auf, deren Ursachen u. a. in der Körperstatik begründet sein können. Sie geben uns und Ihnen Aufschlüsse über muskulo-skelettale Stabilitätsdefizite. Ein abgestimmter Trainingsplan hilft, auf Dauer gesundheitlichen Problemen vorzubeugen und die sportliche Leistung zu optimieren.

Beweglichkeit

Die Beweglichkeit, die sich aus Gelenkigkeit und Dehnfähigkeit zusammensetzt, ist maßgeblich für die sportliche Leistung und für muskuläre Dysbalancen mitverantwortlich. Daher ist es für Sportler aus dem Gesundheits-, Breiten- und Leistungssport von entscheidender Bedeutung, dass eine gute Beweglichkeit erhalten bzw. gefördert wird.

Zur Feststellung der Dehnfähigkeit der Muskeln, der Wirbelsäulen- und Gelenkfunktion und der Körperstatik führen wir eine physiotherapeutische Untersuchung nach Janda durch und geben gezielte Empfehlungen zur Verbesserung der Beweglichkeit.